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Birkland - Ort mit Geschichte Am nördlichen Rand der bayerischen Voralpenlandschaft, am östlichen Ufer des Lech, liegt die heute unter dem Namen Birkland bekannte Siedlung. Unter dem Namen "Pirkwang" wird der Ort um das Jahr 1130 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Im Jahr 1166 zeugte der Name "Marquardus von Pyrkland" von seiner Existenz. Damals gehörte das Gebiet des heutigen Birkland zum Kloster Wessobrunn. Der älteste Hof Birklands wurde bereits 1431 in der Familienahnentafel benannt, derSedlhof Birklands. Als Sedlhöfe wurden Gehöfte bezeichnet, die besondere Privilegien hatten. Unter den Welfen lag die Gerichtsbarkeit über Birkland beim Kastenamt auf der Peitinger Stammburg der Welfen, auf dem noch heute so bezeichneten Schlossberg. Nachdem die Welfen an Macht verloren, ging die Gerichtsbarkeit an das Pflegegericht Rauhenlechsberg über. Ab 1610 sind in den Matrikelbüchern Aufzeichnungen über die gemeinsame Pfarrei Apfeldorf-Birkland vorhanden. Im 17. Jahrhundert lebte in Birkland auf dem Hof „Quari" die Familie Zimmermann, die die Bevölkerung mit Backwaren versorgte. Der Enkel des Bäckermeisters, Dominikus Zimmermann, ging als Schüler zusammen mit seinem Bruder Johann Baptist nach Wessobrunn. Im Jahre 1715 gestaltete Dominikus einen Hochaltar, der in die ursprünglich gotische Kapelle St. Anna kam und versah ihn mit wertvollen Scagliato-Arbeiten (Einlegearbeit aus Marmor). Dieser Altar ist heute noch alsHochaltar in der St.-Anna-Kirche zu Birkland zu bewundern. Zusammen mit seinem Bruder Johann Baptist, der ein hervorragender Architekt und Maler wurde, baute Dominikus später die weltbekannte Wieskirche. Interessant ist, dass Birkland ursprünglich die Siedlung um die Kirche bezeichnete. Da sich jedoch die Siedlung „Ried", die durch Rodung von Wäldern entstand, vergrößerte, setzte sich das ganze Gemeinwesen als Birkland durch. 1752 konnten bereits 48 Anwesen nachgewiesen werden. 1802 war Birkland so gewachsen, dass eine eigene Pfarrexpositur „St. Anna"gegründet wurde, wozu auch die Kapelle zur Kirche erweitert wurde. Birkland konnte 1880 eine Einwohnerzahl von 302 aufweisen. Bereits 1910 war die Bevölkerungszahl auf 427 gestiegen, so dass die Kirche 1912 ein weiteres Mal vergrößert wurde. Die niedrigste Einwohnerzahl verbuchte Birkland, wie so viele andere Gemeinden, jeweils bei Kriegsbeginn des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Auch hatte Birkland in beiden Kriegen viele Opfer zu beklagen. Die höchste Einwohnerzahl wies Birkland 1946 auf, als 676 Menschen in Birkland angemeldet waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Birkland, wie viele andere Dörfer, zu einer ansehnlichen Gemeinde. Durch die Kreis- und Gemeindereform in den 70er Jahren war Birkland durch seine geringe Größe gezwungen, sich einer anderen Gemeinde anzuschließen. So wurde im Jahre 1975 von 81,8% der stimmberechtigten Bevölkerung die Eingemeindung zum Markt Peiting beschlossen - zu dieser Zeit hatte Birkland 455 Einwohner. Peiting wurde somit am 01.01.1976 durch die Eingemeindung Birklands zur flächengrößten Gemeinde des Landkreises Weilheim-Schongau. Der Kreis hat sich also wieder geschlossen. Einst von den Peitinger Welfen beherrscht, kehrten die Birkländer wieder zu den Peitingern zurück (obwohl sie nie Peitinger sein werden). Ein besonderes Augenmerk ist darauf zu richten, dass sich Birkland trotz der Eingemeindung nach Peiting immer sein eigenes Gemeinwesen bewahrt hat. Die eigene Pfarrei, das Wirtshaus im Dorf und nicht zuletzt die intensive Pflege des Vereinswesens in Birkland trägt dazu bei. So gibt es in Birkland viele Vereine und Gruppierungen. Birkland kann somit nach wie vor als eigenes Gemeinwesen betrachtet werden, auch wenn es politisch zu Peiting gehört. (Text teilweise entnommen aus der Landjugendfestschrift anlässlich des 50-jährigen Jubiläums 2003) |